Lass dir von meinem Barden ein paar Lieder vorspielen!

 

 

 

Wachsblut

 

Vorbei ist die Schlacht, nicht aber der Schrecken,

Ist dies ein Traum, so soll man mich wecken,

Ich bin umgeben von den feindlichen Recken.

 

Nun bin ich Gefangener, in einem Kerker,

gefesselt, in einem winzigen Erker-

das traurige Los einer der vielen Berserker.

 

Ich bin nun allein und alles ist vorüber,

all’ meine Träume sind jetzt hinüber,

die Fackel geht, das Licht wird trüber.

 

Doch eine Kerze befindet sich im Zimmer,

sie sendet mir zwar den einzigen Schimmer,

aber sie macht meine Lage nur noch schlimmer.

 

Sieh nun die Kerze, fast ist sie ausgebrannt,

doch immer noch schwebt sie wie von Geisterhand

auf dem Wachs, im Halter an der Wand.

 

Ich vergleiche mich mit der Kerze, keiner braucht ihr Licht,

aber hier unten bei mir sorgt sie für Sicht-

die anderen Menschen verstehen es nicht.

 

Die Sonne ist hell genug, das denken sie,

doch bei mir sieht man die Sonne nie.

Traurig falle ich auf die Knie.

 

Eine Kerze ist mein Leben, bald ausgebrannt,

das einst so schöne Dasein ist mir weggerannt,

von allem guten, schönen bin ich nun verbannt.

 

Nun suche ich stets nach Hoffnung im Leben,

doch wenn sich andere fühlen wie reife Reben,

bin ich ein Weinstock, der nichts kann geben.

 

Und immer kürzer wird der Docht,

und alles, was ich früher hab gemocht,

um das wird heute noch gefocht’.

 

Niemand weckt mich, der Traum ist Wahr,

mein Schicksal sehe ich vor mir klar,

und nun vergesse ich, was ich früher war.

 

Der Traum wird wahr und immer schlimmer,

es vergeht nun der letzte Schimmer,

die Kerze glüht auf und erlischt für immer.

 

Die Kerze ist aus, weg ist der Mut,

über die Fliesen tropft mein dunkles Blut -

Wachsblut, geschmolzen in meiner eigenen Glut... 

 

 

Sonnenjagd im Schattenreich

 

Der Mond wandert so tief herab,

als wandle er ins eig’ne Grab.

Die Sonne bleibt und bleibt hinfort,

was ist das nur für ein düsterer Ort?

 

Die letzten Strahlen des Mondes gehen,

ich bleib allein im Dunkeln stehen,

allzeit für den Tag bereit,

doch die Sonne lässt sich Zeit.

 

            Wo bin ich hier gelandet?

            Auf einem Planeten gestrandet,

            der sich gerade so schnell dreht,

            das die eine Hälfte immer in Finsternis steht!

 

Ich geb’ mir einen Stoß,

und gehe einfach im Dunkeln los,

und hoffe zu finden einen Weg,

bevor ich mich zum Sterben leg.

 

Stunden gelaufen, hab nichts gefunden,

die Füße sind schon wund geschunden.

Ich höre etwas, war das ein Tier?

Entnervt erkenne ich’s als von mir.

 

            Wo bin ich hier gelandet?

            In einer Düsternis gestrandet,

            die sich in der Nacht so weit verzieht,

            das man kaum etwas weiter sieht!

 

Ich sehe ein Licht, entfernt ist es kaum!

Ich erwach’ überrascht aus dem fröhlichen Traum,

hab auf Steinen geschlafen im Frust,

hab auf dies finst’re Leben keine Lust.

 

Ich hab es sehen gekommen,

nun taumle ich müd’ und benommen,

hab einen unendlichen Durst gekriegt,

und auch der Hunger hat letztendlich gesiegt.

 

            Wo bin ich hier gelandet?

            Am Bösestem Ort gestrandet,

            in einem Ödland mit Hunger, Durst und Frustration,

            Licht ist hier nur eine Illusion!

 

„Wer bist du, den ich hör da klagen“,

hör ich ’ne kalte Stimme sagen.

Ich stehe nun so still wie möglich,

vielleicht ist jeder Laut nun tödlich.

 

Ich harre lautlos, versuch zu sehen,

erkenne schemenhaft ’nen Hünen stehen,

welcher eine breite Axt besitzt-

ob diese bald meine Kehle schlitzt?

 

            Wo bin ich hier gelandet,

            am unbekannten Ort gestrandet,

            in der vollkommenen Finsternis,

            wo alles Leben ist ein Hindernis!

 

Ich fliehe schnell und leise,

gerade das ist nicht sehr weise,

doch dieser Riese folgt mir nicht -

kein Grund, der mein Laufen unterbricht.

 

Ich renne einfach geradeaus,

und denk: Vielleicht find ich hier doch noch raus,

aus diesem öden Schattenland

wo alles ist nur Staub und Sand.

 

            Wo bin ich hier gelandet?

            Im Dunkel bin ich gestrandet,

            und find den Weg nach haus’ nicht mehr,

            und dabei such ich den so sehr!

 

Ich komm’ nun an dem Rande

eines dunklen Sees zum Stande,

und zurückgeh’n will ich nicht,

denn vorn erwartet mich das Licht.

 

So fang ich an zu schwimmen,

und dann das andre Ufer zu erklimmen,

doch ich rutsch ab und fall hinein –

auf ewig wird’s mein Ende sein.

 

            Wo bin ich hier gelandet?

            Am Grund des Sees bin ich, von Schwärze umrandet,

            ich stoße mit dem Kopf an Steinen,

            ich werd ersticken, wenigstens mit Schmerzen keinen!

 

Ersticken muss ich, unter Wasser sterben,

in Ohnmacht geht mein Leben in Scherben.

Ich seh das Leben an mir vorbeirauschen,

ach, wie gern würd ich’s mit anderen tauschen!

 

Ich habe einen Wunsch, einen letzten Traum,

ganz einfach, ist unmöglich kaum:

Die Sonne mit den toten Augen sehn,

doch wird selbst mein letzter Wunsch nie in Erfüllung gehn...

 

 

 

Diese beiden Gedichte schrieb ich eigenhändig, und erwarte, das man sie nicht nach Belieben verwendet.

Sollte jemand sehr davon angetan sein, so kann er sie in der eigenen Homepage (oder sonstwo) gerne veröffentlichen, jedoch sollte eine Anmerkung vorhanden sein, welche besagt, dass der eigentliche Autor Kahoma aus der Nachtschule ist.

Hierbei muss ich jedoch bemerken, das ich auch ein Dieb bin;

der Barde stammt von der offiziellen Blind Guardian Homepage.

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